American Football ist aus den
gleichen Wurzeln hervorgegangen wie das - weltweit ungleich populärere -
Fußballspiel. Sowohl Fußball
(in den USA "Soccer" genannt) als auch das daraus hervorgegangene Rugby wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA gespielt. Als
erste American Football-Partie gilt gemeinhin ein Spiel zwischen den Universitäten Rutgers und Princeton
mit jeweils 25 Spielern am 6.11.1869, da über die Fußballregeln hinaus auch das Vorwärtsschlagen des Balles mit der Hand erlaubt war. Das Wirrwarr verschiedenster Regelversionen fand 1876 auf einer Tagung in Springfield, Massachusetts, ein Ende. Bald darauf,
im Jahr 1880, präsentierte
Walter Camp seine Regelideen in Schriftform. Mit der Annahme dieser Regeln war
American Football geboren, denn die wesentlichen Unterschiede zum Rugby waren bereits in der
Urfassung der Regeln enthalten.
Ein Denkfehler Walter Camps wurde kurze Zeit später bereinigt. Statt des garantierten Ballbesitzes wurde nun das
Konzept der in einer bestimmten Anzahl von Versuchen
zu überbrückenden Distanz entwickelt. Zunächst mussten in
drei Versuchen fünf Yards - wie heute noch in Kanada üblich - geschafft werden,
später in vier Versuchen zehn Yards (= 9,14 m), um das
Ballrecht zu behalten. Zwischen 1898 und
1912 wurde der
Wert eines Touchdowns von vier auf
sechs Punkte erhöht sowie die Bedeutung von Fußballtechniken durch die schrittweise Reduzierung der Punkte für ein Feldtor - drei statt ursprünglich fünf - verringert.1906 wurde dann der
Vorwärtspass legalisiert.
Im Jahr
1929 wurde - zunächst unter dem Namen American Professional Football Association -
die Profi-Liga National Football League (NFL) gegründet, die ab 1933 begann, für ihre Spiele vom
Universitätssport abweichende Regeln zu verwenden. 1966
fusionierten die NFL und die 1960 gegründete Konkurrenzorganisation
American Football League; seitdem wird der Meister der Profis im Super-Bowl-Finale zwischen den Siegern der NFC (alte NFL) und der AFC (alte AFL) ermittelt.
In
Europa gründeten sich
1978 die ersten Vereine in Frankfurt und Düsseldorf. Seit 1979 gibt es Deutsche Meisterschaften. Der Spielbetrieb wird in der
German Football League (GFL, Nord und Süd mit je 6 Mannschaften), einer 2. Bundesliga (Nord: 6 Mannschaften, Süd: 7 Mannschaften) und in einigen Oberligen abgewickelt. Um den
Euro Bowl, d.h. den Europapokal der Landesmeister, wird seit 1986 gespielt. Die Europameisterschaft für Nationalmannschaften wird künftig im
Vier-Jahres-Turnus ausgetragen, wobei die Mannschaften in drei Leistungsgruppen (A, B, C) aufgeteilt werden.
Die
1991 gegründete World League bekam im Jahr 1998 einen neuen Namen: NFL Europe. Durch die Verbindung zur "großen Schwester Amerika" erhoffen sich die Verantwortlichen noch mehr Zuschauer. Die NFL Europe gilt unter den Footballspielern mittlerweile als Sprungbrett in die NFL.
Bild von Torsten Bolten, verfügbar unter http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/23/Wilson_American_football.jpg/800px-Wilson_American_football.jpg zurück